Handyneck

Handyneck – Haltungsschwäche durch Digitalisierung

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Schon etwas von Handyneck gehört?

Viele von uns verbringen mittlerweile sehr viele Stunden vor dem PC, dem Smartphone oder Tablet. Auch während der Arbeit sind wir einen Großteil unserer Zeit mit diesen Medien beschäftigt. Langfristig verändert sich dadurch oft die natürliche Körperhaltung und das Gefühl dafür. Der Kopf wird weit nach vorne geneigt und diese „Kopf-unten-Position“ oder das “Handyneck” wird nach und nach für viele von uns ganz natürlich und selbstverständlich.

Dieses Phänomen ist mittlerweile so weit verbreitet, dass eine ganze Generation spöttischer Weise häufig als „Head-down-Generation“ bezeichnet wird.

Für den Körper ist diese „Head-down-Haltung“ eine große Herausforderung. Der Kopf eines Erwachsenen wiegt ungefähr 4 – 6 kg. Bei einer extremen Kopfvorhalte, wo der Kopf über 45° weit nach vorne geneigt wird, bedeutet dies für die Hals- und Nackenmuskulatur einen extremen Halteaufwand von mehr als 20 kg. Dieses Zusatzgewicht bleibt meist nicht ohne Folgen: Die Hals- und Nackenmuskulatur verspannt sich und die vordere Halsmuskulatur verkürzt sich. Dies kann in weiterer Folge zu Kopfschmerzen oder Migräneanfällen oder auch zu eingeklemmten Nerven führen.

Die Diagnose dazu wird heute schon oft als Handyneck betitelt.

Handyneck

Was kann man jetzt gegen ein Handyneck tun?

  • Die plausibelste Lösung steckt schon im Begriff selbst: Weniger Zeit mit Handy, PC, Laptop und Tablet verbringen! Dies ist aber häufig leichter gesagt als getan. Durch neue Analysetools kann man selbst feststellen, wie lange man die entsprechenden Geräte täglich in Verwendung hat. Die Frage, ob die Zeit dabei immer sinnvoll genutzt wird, oder ob es auch einmal möglich ist, etwas Sinnhafteres in diesem Zeitraum zu machen, darf sich jede/r selbst stellen.
  • Wie schon erwähnt, wird die „Head down Position“ immer mehr als natürliche Haltung angenommen, je länger man diese Position einnimmt. Ein Bewusstsein für die eigene natürliche Körperhaltung kann viel bewirken. Ob man selbst schon vom Handyneck betroffen ist, kann man erkennen, wenn man sich seitlich im Spiegel betrachtet oder sich auf einem Foto analysiert.
  • Durch einfache Bewusstseinsübungen kann ein Gefühl für die optimale Haltung entwickelt werden.
  • Mit Lockerungs- und Mobilisationsübungen, die schnell und einfach zwischendurch ausgeführt werden können, ist es meist schnell möglich verspannte Muskulatur zu lockern.
  • Regelmäßige Kräftigungsübungen sind für eine aufrechte Körperposition ebenfalls sehr wichtig. Durch eine gestärkte Halte- und Stützmuskulatur kann Haltungsschwächen entgegengewirkt werden.
Flachrücken

Flachrücken und was Haltungscoaching damit zu tun hat

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Was ist ein Flachrücken?

Bei einem Flachrücken hat die Wirbelsäule keine natürliche Doppel-S-Form, sondern ist gerade gestreckt. Normalerweise würde diese Krümmung die täglichen Bewegungen abfedern – wenn sie fehlt, kann es zu Schmerzen bei den Betroffen kommen.

Meist kann man einen Flachrücken durch eine außergewöhnlich kerzengerade Körperhaltung und einen versteiften Hals erkennen. Besonders beim Heben von schweren Gegenständen kommt es häufig zu Problemen, da sich der Druck der Last nicht mehr gleichmäßig verteilt und es somit zur Überbelastung von Bandscheiben und Gelenken kommt. Außerdem entsteht ein hoher Druck auf die unteren Wirbelkörper, die schneller verschleißen. Daraus resultieren starke Rückenschmerzen, es können sich aber auch Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit entwickeln.

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Flachrücken

Was sind Ursachen für einen Flachrücken?

Für einen Flachrücken gibt es viele verschiedene Ursachen. Einerseits kann er durch Haltungsfehler ausgelöst werden. Besonders häufig passiert dies während der Jugendzeit, da sich die Wirbelsäule in dieser Zeit noch im Wachstum befindet.

In dieser kritischen Wachstumsphase können vorübergehende Haltungsfehler in der Jugend dauerhaft werden, da sich die Wirbelsäule in ihrer weiteren Entwicklung an dieser falschen Haltung orientiert. So zum Beispiel kann Morbus Scheuermann als Ursache eines Flachrückens gelten.

Auch andere Erkrankungen der Wirbelsäule können ein Auslöser sein: Die Rachitis, eine Vitamin-D-Stoffwechselerkrankung, bei der die Knochen zu weich werden, kann dazu führen, dass sich die Wirbelsäule entgegen der natürlichen S-Krümmung in einen geradlinigen Verlauf verformt.

Es gibt auch Operationsfehler, wie zum Beispiel das falsche Anbringen von Implantaten an der Wirbelsäule, die einen gesunden Rücken in Richtung eines Flachrückens verformen.

Diagnose

An sich ist ein Flachrücken nur ein Symptom, weshalb die Diagnose auf Basis einer Grunderkrankung erfolgt. Ein Arzt bestätigt diese Diagnose mithilfe von Röntgenaufnahmen. Im nächsten Schritt ergründet man die Ursachen dieses Symptoms. Diagnose und Behandlung erfolgen allgemein durch einen Orthopäden oder einen Allgemeinarzt.

Komplikationen

Durch einen Flachrücken können starke Schmerzen entstehen, entweder unter Belastung oder auch in Form von Ruheschmerzen. So wird oftmals der Alltag des Patienten stark eingeschränkt. In vielen Fällen kommt es auch zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Diese Müdigkeit kann man häufig nicht mehr mit ausreichend Schlaf ausgleichen, weshalb ein allgemeines Krankheitsgefühl auftritt. Besonders Kinder können in ihrer körperlichen Entwicklung eingeschränkt werden. Auch für die Psyche werden diese Schmerzen zum Problem, deshalb könnten eventuell verschiedene seelische Beschwerden auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Manchmal ist es nicht notwendig, einen Flachrücken zu behandeln. Um weitere Beschwerden im Alltag zu vermeiden, sollte man ihn trotzdem gut beobachten und gegebenenfalls handeln. Ärztlicher Rat ist dann notwendig, wenn im Alltag Rückenschmerzen auftreten. Wenn das Heben von schweren Gegenständen oder alltägliche Bewegungen schmerzhaft sind, ist ein Arztbesuch also eine gute Idee!

Wenn der Flachrücken aufgrund eines Haltungsschadens entstanden ist, ist es besonders wichtig, früh genug zu handeln. Ein jüngeres Alter ist nämlich maßgeblich für den Heilungsverlauf und so kann man die normale Krümmung durch einfache Übungen annähernd wieder herstellen. 

Behandlung eines Flachrückens

In den meisten Fällen bereitet ein Flachrücken den Patienten wenig Probleme, weshalb selten eine Operation durchgeführt wird. Nur wenn die Bandscheiben und Gelenke verändert sind, muss möglicherweise die Wirbelsäule stabilisiert werden. Diese operativen Eingriffe sind aber nur bei einer sehr starken Ausprägung des Flachrückens nötig. Meistens reichen Balance- und Gleichgewichtsübungen auf unebenen Flächen aus, um die Wirbelsäule wieder in Balance zu bringen,

Der Patient lernt, wie er seine Körperhaltung kontrollieren kann, man fördert die Beweglichkeit verschiedener Wirbelsäulenabschnitte und stärkt die Muskulatur. Somit beugt man einer Versteifung des Körpers vor. Bei Beschwerden kann eine physiotherapeutische Behandlung Abhilfe verschaffen, Dehnübungen bekämpfen ein muskuläres Ungleichgewicht.

So ist es bei einer guten Mitarbeit der Betroffenen in vielen Fällen möglich, dass es wieder zu einer Beschwerdefreiheit kommt. Wenn dies nicht erreicht werden kann, wirkt man mit physiotherapeutischen Übungen und Trainings einer Verschlechterung entgegen, damit die Gesundheit aufrecht erhalten bleibt.

Wie kann ich einem Flachrücken entgegenwirken?

Am besten ist es, die Rücken- und Bauchmuskulatur mit geeigneten Übungen zu trainieren. Darüber hinaus sollte man immer auf eine aufrechte Körperhaltung achten – egal ob im Sitzen oder Stehen. Unterstützung kann man sich hierbei zum Beispiel bei einem Haltungscoaching suchen. Auch ergonomische Möbel, zum Beispiel im Büro, können eine gesunde Haltung unterstützen. Eltern sollten bei Kindern die Körperhaltung beobachten, um bei einem eventuellen Haltungsfehler früh genug ärztlichen Rat aufsuchen zu können.

Auch das Schuhwerk spielt eine wichtige Rolle: Weil die natürliche Pufferfunktion der Wirbelsäule bei einem Flachrücken fehlt, bieten gepolsterte Schuhe einen zusätzlichen Schutz für die Bandscheiben. Durch Barfußlaufen kann man das Fußgewölbe zusätzlich noch kräftigen, um Stöße gut abzufangen.

Allgemein gibt es also viele Möglichkeiten, einem Flachrücken entgegenzuwirken. So lässt sich das Leben meist mit wenigen Schritten erleichtern – wichtig ist nur, rechtzeitig damit zu beginnen.

Skoliose beim Seitbeugen

Skoliose und was hat Haltungscoaching damit zu tun

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Skoliose beim Seitbeugen

Was ist eine Skoliose?

Bei einer Skoliose krümmt sich die Wirbelsäule nicht nur nach vorn und hinten (Lordose und Kyphose), sondern auch zur Seite: Der Wirbelsäulenaufbau ist also gestört. Der Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Krümmung“. Dabei krümmen sich einzelne Wirbelkörper um ihre eigene Achse, somit sind die Wirbel in diesen Abschnitten dann versteift. Es sind zusätzlich auch noch Verbiegungen nach vorn und hinten möglich. 

Wie äußert sich eine Skoliose?

Typische Symptome einer Skoliose sind zum Beispiel unterschiedlich hohe Schultern, ein schiefes Becken oder ein schräg gehaltener Kopf. Außerdem kann ein Schulterblatt weiter vorstehen als das andere, der ganze Körper könnte sich zur Seite neigen, oder es wölbt sich beim Nachvorbeugen eine Rippe vor. Im Jugendalter bewirken diese Fehlstellungen selten Schmerzen, allerdings kommt es dann häufig im Erwachsenenalter zu Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, sowie Schmerzen im Nacken, Kopf oder sogar in den Knien oder Fußgelenken Bei der Haltungsanalyse ist eine Skoliosierung beim Vorbeugen und beim Seitbeugen von hinten sichtbar..

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Skoliose:

Idiopathische Skoliose

In den meisten Fällen (80-90%) ist die Ursache nicht bekannt. Diese Art der Skoliose nennt man dann „idiopathische Skoliose“. Meistens entsteht sie im Kindes- oder Jugendalter, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Je nach Ausprägung der Skoliose ist damit zu rechnen, dass es auch später noch einer weiteren Zunahme der Verkrümmung kommen kann.

Kongenitale Skoliosen

Diese Form wird durch angeborene Entwicklungsfehler der Wirbelkörper hervorgerufen. Ursache sind meistens Störungen in der embryonalen Entwicklung, das kann familiär und somit genetisch veranlagt sein. Sie kann sich bereits in frühen Kindesjahren äußern, oftmals sind auch die inneren Organe von entwicklungsbedingten Störungen betroffen und erfordern Mitbehandlung.

Neuromuskuläre Skoliosen

Neuromuskuläre Skoliosen sind ein Symptom einer vorliegenden Erkrankung der Muskeln oder des Nervensystems.  Hier ist eine frühzeitige Korrektur besonders wichtig, um einem weiteren Voranschreiten der Erkrankung vorzubeugen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Krankheitsbilder, die mit unterschiedlich ausgeprägten Skoliosen einhergehen. So können zum Beispiel auch das Bindegewebe, aber auch Knochen-Knorpel-Strukturen betroffen sein. Auch Unfälle können zu einer Wirbelsäulenverkrümmung führen, zum Beispiel ein Wirbelknochenbruch, Verbrennungen und Rückenmarksverletzungen. Außerdem haben Abnutzungserscheinungen einen entscheidenden Einfluss.

Wie eine Skoliose meist behandelt wird

Je nach Schweregrad und Art wird eine Skoliose unterschiedlich behandelt. 

Meistens behandelt man eine Skoliose durch Bewegungstherapie oder bei schwereren Fällen mit einem Korsett.  Bei extremen Fällen ist eine operative Skoliosetherapie notwendig. 

Das Ziel einer Therapie ist, dass sich die Skoliose zurückbildet oder zumindest nicht verschlechtert. Hierbei arbeiten Ärzte mit anderen Fachkräften wie Physiotherapeuten  oder Sportwissenschaftlern zusammen. Besonders frühzeitig im Kindesalter kann eine konservative Behandlung durch gezielte Übungen einer weiteren Verkrümmung gut entgegenwirken.

Vorbeugen und Prävention

Weil die Ursache der idiopathischen Skoliose bis heute nicht genau bekannt ist, gibt es keine einheitlichen Maßnahmen, um ihr vorzubeugen. Die Übungen bzw. das Training müssen immer individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sein. Das wichtigste ist daher, dass die Verkrümmung früh genug erkannt, behandelt und kontrolliert wird. Eltern sollten daher die Körperhaltung ihrer Kinder regelmäßig beobachten und bei Auffälligkeiten professionelle Hilfe aufsuchen. Die konsequente und disziplinierte Therapie ist bei einer Skoliose unbedingt notwendig. Bei Nichtbehandlung verschlimmert sich eine Wirbelsäulenverkrümmung meistens – deshalb ist es wichtig, dass insbesondere Eltern ihre Kinder bei der Therapie unterstützen.

Haltungscoaching

Beim Haltungscoaching wird gezielt auf individuelle Gegebenheiten eingegangen. Bereiche der Wirbelsäule, die von einer Bewegungseinschränkung betroffen sind, werden mobilisiert. Wirbelsegmente, wo ein zu großes Bewegungsausmaß erkennbar ist, werden durch gezieltes Kräftigen der betroffenen Muskulatur stabilisiert. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das bewusste Wahrnehmen der persönlichen “Fehlhaltung”. Durch die regelmäßige Selbstreflektion kann eine Fehlhaltung durch das bewusste Anspannen bzw. Lockerlassen betroffener Muskelgruppen immer wieder korrigiert werden. Durch das ständige Üben wird die vermeintlich korrekte “Haltung” vom Gehirn gespeichert und als normal richtig wahrgenommen. Dadurch kann es möglich sein, eine Skoliose zu stabilisieren oder sogar wieder mehr aufzurichten.

Skoliose Vergleich

Wenn Haltung zur Gewohnheit wird – So schaffst du dein Wunschergebnis

Veröffentlicht Schreibe einen KommentarVeröffentlicht in Aufrechte Haltung, Motivation und Ziele

Unser Alltag entscheidet, welche Haltung wir über den Tagesverlauf einnehmen (müssen). Wenn jemand zum Beispiel einen sitzenden Beruf hat, passt der Körper die Haltung an die vorwiegend sitzende Tätigkeit an. Oder anders ausgedrückt: Der Körper eines Zimmerers sieht anders aus als der eines Buchhalters. Nicht nur der Beruf, auch Freizeit- und andere Alltagsaktivitäten beeinflussen uns. Ein Gewichtheber hat einen anderen Körperbau als eine Balletttänzerin.

Gewohnheit - Handynacken

Was sind Gewohnheiten

Gewohnheiten sind Handlungen, Denk- und Verhaltensweisen, die automatisch in unserem Alltag ablaufen. Durch Gewohnheiten und routinemäßige Handlungen spart unser Gehirn Denkressourcen und Energie. Über Aufgaben, die täglich auftreten und somit die gleiche Handlung erfordern, müssen wir nicht immer wieder neu nachdenken bzw. diese planen. Der Nachteil dieser Automatisierung ist, dass wir uns auch schlechte oder destruktive Gewohnheiten angewöhnen können. Unser Gehirn bewertet hier nicht zwischen gut oder schlecht – es führt einfach aus und versucht, zu automatisieren.

Ergebnisse von Gewohnheiten

Jede Gewohnheit führt zu einem Ergebnis. Wer seine Gewohnheiten verändern möchte, muss sich die Frage stellen: „Welches Ergebnis möchte ich erzielen? Und bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden?“ Wenn du zum Beispiel einen Sixpack haben willst, du vor dem Spiegel stehst und du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, musst du deine täglichen Gewohnheiten ändern.

Schon Albert Einstein sagte: „Wer jeden Tag das Gleiche tut und sich andere Ergebnisse erwartet, ist wahnsinnig.“

Gewohnte Fehlhaltungen und aufrechte Haltungsmuster

Da das Gehirn ständig versucht zu vereinfachen und Muster zu erkennen, ist auch unsere Körperhaltung nichts anderes als das Resultat eines Haltungsmusters. Die Körperposition, die wir über den Tagesverlauf am längsten einnehmen, wird zur Gewohnheit. Wenn wir lange sitzen, passen sich der Körper und die beteiligten Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen, …) dem langen Sitzen an. Das Ergebnis ist häufig ein Rundrücken oder Hohlkreuz.

Gewohnheiten, die deine Haltung positiv beeinflussen können

  • Ein Bewusstsein für die eigene Körperhaltung entwickeln und diese bei Bedarf immer wieder in die richtige Position korrigieren. Dadurch merkt sich unser Gehirn die „neue aufrechte Haltung“ und bei regelmäßiger Wiederholung wird dies zur Gewohnheit.
  • Bewusstseinsübungen für die Haltung in den Alltag integrieren. Zum Beispiel: Jedes Mal, wenn ich mich vor den PC setze, achte ich kurz auf meine aufrechte Sitzposition.
  • Morgens beim Aufstehen die Wirbelsäule in alle Richtungen bewegen. Durch diese Regelmäßigkeit wird unsere Wirbelsäule beweglicher.
  • 2-3 mal pro Woche Kräftigungsübungen für die Muskulatur.
  • Ausreichend Wasser trinken. Pro 25 kg Körpergewicht ungefähr 0,7-1 l Wasser pro Tag trinken.
  • Variation und Veränderung auch als Gewohnheit integrieren. Beim Sitzen ist zum Beispiel die beste Sitzposition immer die Nächste.
  • Regelmäßig ein Haltungscoaching besuchen.

Wie lange dauert es, um uns zu verändern

Wie lange es tatsächlich dauert, dass ein Verhalten zur Gewohnheit wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab und ist daher nicht so einfach zu beantworten. Je nach Schwierigkeit dauert es laut einer Studie von Phillippa Lally et al vom University College London zwischen 18 und 254 Tage, um eine Gewohnheit fix in den Alltag zu integrieren.

Gewohnheiten verändern – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Die Ursache für die Angewohnheit herausfinden. Du kannst dich zum Beispiel Fragen: „Warum sitze ich fast nie aufrecht vor dem Schreibtisch?“
  2. Was kann als „Ersatz“ dafür dienen?
  3. Die Ursache beseitigen: Du möchtest weniger Naschen => Kauf keine Süßigkeiten und verschenke die, die du zuhause hast.
    Was ist dein Ziel? Was motiviert dich zur Veränderung? Mach dir das immer wieder bewusst.
  4. Fixe Zeiten: Absolviere deine neue Gewohnheit immer zu fixen Tageszeiten.
  5. Such dir eine Person, mit der du das Vorhaben teilst. Diese Person kann dich anspornen, kontrollieren oder macht vielleicht sogar mit.
  6. Vermeide Ausreden.

Viel Spaß und Freude bei deinem neuen Alltag!

Haltung von Beginn an – gute Körperhaltung in der Schule

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Eine gute Körperhaltung bereits in der Schule fördern

Viele Menschen denken, dass Rückenschmerzen erst mit dem Alter kommen. „Jung und gesund“ lautet die Devise – da ist es oft überraschend, wenn auch Kinder und Jugendliche ein Thema mit ihrer Körperhaltung haben.  Eigentlich ist es aber besonders wichtig, eine aufrechte Haltung bereits in der Kindheit zu fördern.

Wie entstehen Haltungsschwächen bei Kindern und Jugendlichen?

Der Grund für spätere Haltungsschäden findet sich oft schon in frühen Jahren. Eine einzelne Ursache gibt es aber meistens nicht. Häufig ist es eine Kombination aus ungünstigen Faktoren, die negativ auf die Körperhaltung und -gesundheit einwirken. Einige Beispiele wären zum Beispiel einseitige Belastung oder Bewegungsmangel.

Während der Körper wächst, gibt es immer wieder Wachstumsschübe, die zur vorübergehenden Haltungsschwächen und muskulären Ungleichgewichten führen können. In den meisten Fällen wächst sich das glücklicherweise von selbst aus. Allerdings sollte früh genug ärztliche Abklärung erfolgen, falls es eine solche Haltungsschwäche länger andauert oder über den gesunden Rahmen hinaus geht, damit daraus kein bleibender Haltungsfehler wird.

Viele Kinder verbringen schon recht früh viel Zeit im Sitzen: in der Schule, vor der Hausübung, beim Fernsehen, mit dem Handy…. Kombiniert mit einem Bewegungsmangel kann dieses unergonomische Sitzen Haltungsfehler begünstigen. Deshalb ist es auch besonders wichtig, Kindern schon früh die Freude an der natürlichen und spielerischen Bewegung zu vermitteln.

Faktor Schultasche

Auch eine zu schwere Schultasche kann ein Auslöser für Rückenschmerzen und Haltungsschwächen bei Kindern sein. Nicht nur Schmerzen, sondern auch eine schlaffe Körperhaltung und eine Neigung zu einem Rund- oder Hohlrücken können dadurch verursacht werden. Es kann sogar die Atmung beeinträchtigt werden!

Das Schultaschengewicht der Kinder liegt heutzutage oftmals deutlich über dem empfohlenen Gewicht. Da die Wirbelsäule in der Entwicklung noch verformbar ist, kann sich das besonders gravierend auf die Rückengesundheit auswirken. Auch einseitiges Tragen der Schultasche kann die Wirbelsäule seitlich „verbiegen“.

Welche Haltungsschwächen gibt es bei Kindern und Jugendlichen?

Rundrücken: Die zu schwache Rückenmuskulatur hält den Oberkörper nicht richtig aufrecht. Dadurch kann der Brustkorb eingeengt werden, oder die Wirbelsäule könnte vorzeitig verschleißen.

Hohlrücken: Das Becken richtet sich durch zu schwache Muskeln nicht richtig auf, es kommt zu einem Hohlkreuz, im Lendenbereich könnte die Wirbelsäule vorzeitig verschleißen.

Flacher Rücken: Bei dieser Fehlhaltung weist die Wirbelsäule eine geringere Krümmung auf. Die Beanspruchbarkeit ist eingeschränkt, frühzeitige degenerative Veränderungen können folgen. Weil die Wirbelsäule an Beweglichkeit verliert, ist die Haltung häufig verkrampft und angespannt, oft kommt es zu Rückenschmerzen.

Schwächung und Verkümmerung der Muskulatur: Die Muskeln können die Wirbelsäule nicht mehr genügend stabilisieren, die gesamte Haltung und das Knochensystem werden negativ beeinflusst. Es können Überlastungsschäden auftreten.

Scheuermannsche Erkrankung: Die Ursache für diese Erkrankung liegt in einer Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die vor allem im präpubertären Alter auftritt und ca. ein Drittel der Jugendlichen betrifft. Die Wirbelkörper werden geschädigt, was auch die Bandscheiben beeinträchtigt und somit die Stoßdämpfleistung negativ beeinflusst. Die Folge kann ein fixierter Rundrücken sein, es kann aber auch der Lendenwirbelsäulenbereich betroffen sein.

Skoliose: Hierbei ist die Wirbelsäule verkrümmt und in sich verdreht, wobei es verschiedene Arten, Ausprägungen und Ursachen gibt. Oftmals verschlechtert sich die Wirbelsäulenverkrümmung im Laufe des Wachstums. Zur Behandlung werden meistens Physiotherapie und orthopädische Korsetts eingesetzt, bei besonders schweren Fällen ist teilweise eine Operation notwendig.

 

Haltungsschwächen: Hohlrücken, Rundrücken, Flacher Rücken und Skoliose

Wie kann man eine gute Körperhaltung in der Schule fördern?

Die passende Schultasche

  • Die Schultasche sollte mitsamt dem Inhalt nicht mehr als 12% des Körpergewichtes wiegen.
  • Nicht einseitig tragen! Beide Gurte verwenden, straffgezogen und gleich lang eingestellt.
  • Außerdem sollte die Schultasche nahe am Rücken anliegen, die Oberkante sollte sich waagrecht auf Höhe der Schultern befinden, das Rückenteil sollte sich zusätzlich am Beckenkamm abstützen.
  • Schwere Gegenstände so rückennah wie möglich einpacken! .
  • Auf eine stabile, ergonomische und leichte Schultasche achten, mit verstellbaren und gepolsterten Schultergurten.

Thema Sitzen

Das lange Sitzen in der Schule schon in jungen Jahren wirkt sich sehr negativ auf die Körperhaltung der Schülerinnen und Schüler aus. Ohne Ausgleichbewegung führt das zu Konzentrationsschwäche, Fehlhaltungen, Verspannungen, Druckschäden an Bandscheiben und Wirbelgelenken sowie überreizten Bandstrukturen. In Folge können Haltungsstörungen und -schäden entstehen.

In der Schule sollten die Kinder daher so wenig wie möglich sitzen, zum Beispiel durch

  • Bewegung im Unterricht,
  • bewegte Pausen,
  • regelmäßige gezielte Ausgleichsbewegungen und
  • Turnstunden.

Außerdem sollte auf Fehlhaltung aufmerksam gemacht werden, Sessel und Tisch sollten regelmäßig größenangepasst werden und das regelmäßige bewusste Einnehmen der am wenigsten belastenden Sitzhaltung sollte erlernt werden.

Am besten werden alternative Sitzgelegenheiten angeboten, abwechslungsreiche Sitzvarianten dürfen von den Kindern eingenommen werden und bewegtes Sitzen durch Wipp-Hocker oder Stehpulte wird gefördert.

Besonders wichtig wäre auch eine ergonomische, größenverstellbare Ausstattung, sodass eine gute Körperhaltung in der Schule ermöglicht wird.

In der Freizeit

Am allerwichtigsten für eine gesunde Entwicklung ist tägliches Bewegen, am besten in den Alltag integriert. Das sollte auch schon die Eltern vorleben, da sie eine große Vorbildwirkung haben. Auch die vielseitige, spielerische Bewegung sollte gefördert werden, ohne Druck oder Leistungszwang, um den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu erhalten.

Weiterführende Literatur:

Diplomarbeit über Haltungsschwächen und Haltungsfehler – Präventionsmöglichkeiten in der Schule:

https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/2133776/full.pdf

Wissenswertes zum Thema Schultasche und Sitzen:

https://www.gesundes-oberoesterreich.at/4575_DEU_HTML.htm

Artikel über eine gesunde Körperhaltung bei Kindern:

https://www.carpediem.life/11559/gesunde-koerperhaltung-kinder/

https://www.kinderphysio-citypark.at/wie-kann-man-haltungsschaeden-bei-kindern-vorbeugen/

Informationen über Skoliose im Jugendalter:

https://www.gesundheitsinformation.de/skoliose-im-jugendalter.html

Wie sich Haltung und Psyche beeinflussen

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Innere und äußere Haltung beeinflussen sich gegenseitig

Körper und Seele gehören zusammen

Eigentlich ist den meisten Menschen intuitiv klar, dass man Körper und Psyche niemals getrennt beobachten kann: Schließlich spürt man es ja am eigenen Leib, dass das Herz bei Aufregung plötzlich schneller schlägt. Umgekehrt geht das natürlich genauso: Mit Kopfschmerzen ist meistens auch die Laune im Keller.

Deshalb sollte es auch wenig überraschend sein, dass Gefühle durch den Körper nicht nur ausgedrückt, sondern auch beeinflusst werden. Trotzdem wird häufig unterschätzt, wie groß der Einfluss des Körpers auf unser psychisches Wohlbefinden ist.

Warum eine aufrechte Haltung für die Psyche so wichtig ist

Eine aufrechte Haltung wirkt selbstbewusst, gut gelaunt, offen und energiereich. Und das hat auch einen Grund: Tatsächlich verbessert eine gute Haltung die Sauerstoffaufnahme, versorgt somit die Zellen mit Energie und vertreibt die Müdigkeit. Auch die Stimmung wird aufgehellt. Im Gegensatz dazu beeinflusst eine zusammengesunkene und gekrümmte Körperhaltung die Psyche negativ.

Die Krux: Häufig wird eine schlechte Haltung auch durch psychisches Unwohlsein, Sorgen und Stress überhaupt erst ausgelöst. Somit ist es einfach, in eine Art Teufelskreis zu geraten: Wir sind unglücklich und nehmen eine dementsprechende Haltung ein, was in Folge unsere Stimmung wieder drückt, und so weiter, und so fort. Es gilt, diese Spirale zu unterbrechen – aber wie?  

Der Körper als Bühne unserer Gefühle

Oft löst Stress Haltungsprobleme erst aus, oder verstärkt sie. In manchen Situationen – zum Beispiel bei Leistungsdruck in der Arbeit oder bei familiären Angelegenheiten – werden Überlebensstrategien in Gang gesetzt, die helfen sollen, mit diesen Belastungen umzugehen. Kurzfristig kann man diese angestaute Spannung oft durch Sport, Hobbys und Entspannungsverfahren abbauen. Wenn allerdings ein unbewältigter Dauerstress zum Normalzustand wird, macht sich diese Anspannung auch im Körper bemerkbar. Beispielsweise durch Muskelverspannungen, die wiederum Rückenschmerzen und Fehlhaltungen auslösen. Allgemein nennt man Beschwerden, die nicht auf körperliche, sondern psychische Ursachen zurückzuführen sind „psychosomatische Erkrankungen”. Dieser Begriff setzt sich aus den Wörtern Psyche (=Seele) und Soma (=Körper) zusammen. Es geht also um das Wechselspiel zwischen körperlichen und seelischen Vorgängen.

Auch für Betroffene einer Depression spielt diese Thematik eine große Rolle. Die psychische Erkrankung äußert sich auch oft in einer zusammengesunkenen, gebeugten und angespannten Haltung, die besonders den Halswirbelsäulenbereich belastet. In Studien konnte man unter anderem nachweisen, dass sich auch bei depressiven Patienten die Stimmung besserte, wenn die Haltung korrigiert wurde. Diese Erkenntnis kann auch in der Therapie angewendet werden.

Wie kann ich mein psychisches und körperliches Wohlbefinden verbessern?

  •          Stressbewältigungsmethoden anwenden: zum Beispiel Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung oder Atemtechniken
  •           genügend Schlaf
  •           Bewegung und Sport: Wichtig für Körper und Seele!
  •           an eine aufrechte Haltung denken
  •           sich bezüglich richtiger Kräftigungsübungen beraten lassen, beispielsweise bei einem Haltungscoaching
  •          Lockerungsübungen in den Alltag integrieren
  •           bei Schmerzen einen Arzt aufsuchen
  •           Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, falls herkömmliche Maßnahmen scheitern!

Für besonders Interessierte:

Das Wechselspiel von Körper und Psyche:

https://www.lzg-rlp.de/de/event/der-k%C3%B6rper-als-spiegel-der-seele-psychosomatische-erkrankungen-erkennen.html

Beiträge über Körperhaltung bei Angst und depressiven Symptomen:

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/angst-und-depressive-symptome-koennen-anhaltende-rueckenschmerzen-verursachen/

https://www.praxis-wallbach.de/aktuelles/gesundheit-medizin/artikel/16434.html

Gitarrenspieler Haltung

Körperliche Beschwerden bei Musikern

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Gitarrenspieler Haltung

Haltungsprobleme bei Musikern

Für viele Menschen ist Musik wahrscheinlich eines der schönsten Dinge im Leben. Ob zum Entspannen, Auspowern oder Feiern: Ein guter Song macht einfach Stimmung.

Die Kehrseite der Medaille sind jedoch physische und psychische Probleme unter Musikern, die so häufig und schwerwiegend sind, dass schon seit dem 15. Jahrhundert spezifische Musikerkrankheiten festgestellt werden. Insbesondere Haltungsschäden, die oftmals durch einseitige Belastungen ausgelöst werden, treten besonders häufig auf.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man aufhören sollte, Musik zu machen – es gilt, durch vorbeugende Maßnahmen der Entstehung von Problemen entgegenzuwirken.

Warum verursachen Instrumente diese körperlichen Beschwerden bei Musikern?

Weil Instrumente meistens nicht besonders ergonomisch, sondern mit dem Gedanken an den bestmöglichen Klang gebaut werden, kann je nach Spielweise eine asymmetrische, statische und unnatürliche Haltung Schäden am Bewegungsapparat fördern. Beispiele hierfür wären zum Beispiel die Querflöte, aber auch Geige und Bratsche. Die schnelle, repetitive Beanspruchung der Muskeln, zum Beispiel am Schlagwerk, kann den Körper zusätzlich belasten. Manche Instrumente haben auch besonders viel Gewicht, etwa Tuba oder Waldhorn. Weiters wirken sich das stundenlange Sitzen im Orchestergraben sowie die psychische Belastung durch Lärm und Stress negativ auf das körperliche Wohlergehen aus, und das kann eine Fehlhaltung zusätzlich verstärken.

Folgende Faktoren haben einen direkten Einfluss

  • Übungsdauer und Sitzdauer
  • Gewicht des Musikinstrumentes
  • Einseitige asymmetrische Belastung
  • Lärm

Wer ist von Musikerkrankheiten betroffen?

Nicht nur Berufs-, sondern auch Amateurmusiker sind betroffen, wobei mehr als drei Viertel der Profis an berufsbedingten gesundheitlichen Beschwerden leiden.

Typische Musikererkrankungen und Beschwerden

  • Schulter- und Halswirbelprobleme
  • Fehlhaltungen durch einseitige Belastung
  • Rückenprobleme:
    • Bandscheibenschäden
    • Erkrankungen der Wirbelsäule
    • myofasziales Schmerzsyndrom (Beschwerden ausgehend von der Muskulatur und Bindegewebe)
  • Fokale Dystonie (wird auch Musikerkrampf genannt)
  • Sehnenscheidenentzündungen, Karpaltunnelsyndrom, Arthrosen…

Was kann ich dagegen machen?

  • Körper mit Einspiel- und Aufwärmübungen vorbereiten
  • Kräftigungs- und Dehnungsübungen
  • Atemtechniken anwenden, um Verspannungen vorzubeugen
  • Regelmäßige Pausen machen
  • Richtige Technik und Haltung von Anfang an
  • Sport und Bewegung als Ausgleich
  • Professionelle Hilfe suchen, bevor es chronisch wird, bei Schmerzen einen Arzt aufsuchen
  • Sich bezüglich richtiger Bewegungsübungen beraten lassen – beispielsweise bei einem Haltungscoaching oder einem Rückentraining
  • Auf körperliche Signale achten

Literaturempfehlung und Verweise

Ausführliches Interview zur Musikermedizin:
https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/musikermedizin-konkrete-fragen-ueber-koerperliche-und-mentale-aspekte-des-musikerseins.html

Spannender Blogbeitrag über Musikerkrankheiten:
https://www.musikmachen.de/blog/die-kehrseite-des-traumberufs-musikerkrankheiten/

Informationen über Überlastungsbeschwerden und Schmerzen bei Musikern:
https://www.musik-medizin.ch/wp-content/uploads/2018/11/Schmerz-beim-Musizieren-Dr.-Regenspurger.pdf

Doktorarbeit über physische Belastungen insbesondere bei Geigern:
https://www.zhb.uni-luebeck.de/epubs/ediss1517.pdf

Fitnesstipps für Musiker:
https://www.musikum-salzburg.at/filesCMS/Downloads%20FG/Downloads%20Tasten/Fitnesstipps%20fuer%20Musiker_Tasten.pdf

Artikel über Musikerkrankheiten und Strategien zur Vermeidung:
https://www.boardofmusic.de/musikerkrankheiten

Was ist ein Hohlkreuz

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Ein Hohlkreuz oder eine Hyperlordose ist eine Körperfehlhaltung im Bereich des unteren Rückens. 

Unsere Wirbelsäule weist eine doppelt S-Form auf. Diese Krümmung dient als Dämpfungsfunktion und hilft uns das Gleichgewicht beim Gehen, Stehen und Sitzen aufrecht zu halten. Bei einer nach vorne gerichteter Krümmung spricht man von einer Lordose. Eine Krümmung nach hinten wird als Kyphose bezeichnet.

Krümmung nach hinten = Kyphose

Krümmung nach vorne = Lordose

Eine über die natürliche Krümmung hinausgehende Lordose in der Lendenwirbelsäule wird in der Fachsprache als Hyperlordose bezeichnet. Umgangssprachlich sagen wir dazu Hohlkreuz.

Ab wann wird von einem Hohlkreuz gesprochen?

Eine eindeutige Antwort hierzu gibt es leider nicht, da es keine einheitliche Messmethode gibt und standardisierte Vergleichswerte fehlen. Ebenso hängt die natürliche Lendenlordose von mehreren individuellen Faktoren ab.

Merkmale für ein Hohlkreuz

  • Das Becken ist nach vorne gekippt.
  • Der Bauch ist nach vorn gewölbt
  • Von der Seite betrachtet ist die Krümmung der Lendenwirbelsäule deutlich nach vorne gerichtet und der Bauchnabel befindet sich vor dem Brustkorb.
  • Durch die stärkere Krümmung der Lendenwirbelsäule ist der Brustkorb meist hinter dem Becken ausgerichtet und der Kopf wird dann oft nach vorne gezogen
  • Durchgestreckte Knie und ein angespannter Bauchmuskel fördern die Hohlkreuztendenz und sind auch häufig ein Merkmal.

Einflussfaktoren auf die Lendenlordose

  • Alter (Bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr wird oft entwicklungsbedingt eine stärkere Lendenlordose festgestellt, was durchaus normal ist)
  • Geschlecht (Bei Frauen ist die natürliche Krümmung der Lendenlordose meist stärker ausgeprägt)
  • Body Maß Index (BMI)
  • Ethnische Zughörigkeit
  • Sport und Bewegung

Beschwerden, Symptome einer Hyperlordose

Häufige Anzeichen für ein Hohlkreuz sind Verspannungen der unteren Rückenmuskulatur aber auch der Hals- und Nackenmuskeln. Ein Ziehen und Schmerzen können ebenfalls Indikator für ein Hohlkreuz sein. Weiter kann ein Kribbeln in den Beinen ein Hinweis dafür sein

Ursachen und Entstehung

Die drei Hauptursachen für die Entstehung von einem Hohlkreuz sind:

  • genetisch bedingt
  • durch Krankheit oder Unfall 
  • und durch eine antrainierte „Fehlhaltung“ (Bewegungsmangel Schonhaltung, einseitige Belastung wie zum Beispiel langes Sitzen oder Stehen).

Einseitige Belastungen und chronische Belastungen sind der Nährboden für ein Hohlkreuz und andere Fehlhaltungen.

Bei Kindern ist vor allem das lange Sitzen in der Schule und bei den Hausübungen sowie eine schwere Schultasche ein bedeutender Faktor.

Übungen gegen ein Hohlkreuz

Mit einfachen Übungen kann man gegen sein Hohlkreuz aktiv vorgehen. Zwei sehr wichtige Übungen, die zwischendurch und fasst überall durchgeführt werden können gibt es hierzu.

Becken kippen

Stelle dich aufrecht hin und beuge leicht deine Knie. Der Oberkörper ist aufrecht. Nun kippst du dein Becken nach vorne und hinten.

Dauer ca. 1 min.

Variante: Sollte dir das Beckenkippen schon sehr leichtfallen, kannst du auch versuchen dein Becken zu kreisen. Es sollte sich jedoch nur das Becken bewegen. Die Knie und Schultern sollten bei dieser Übung möglichst stabil gehalten werden.

An der Wand ausrichten

Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand oder an eine Tür. Das Becken die Schultern und der Hinterkopf sollten an der Wand anliegen. Die Fersen sind ca. 40 cm. von der Wand entfernt und die Knie leicht gebeugt.

Nun versuchst du dein Becken fest gegen die Wand zu drücken. Wenn dir das gelingt, kannst du deine Fersen näher zur Wand bringen.

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Verspannungen und Muskeltonus

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Verspannungen durch physische Belastungen

Wir sind in unserem Berufs- und Freizeitalltag ständig physischen und psychischen Anforderungen ausgesetzt. Diese Anforderungen beeinflussen unseren Körper und unsere Haltung. Falsche Bewegungs- und Haltungsmuster führen zu einseitigen Belastungen und Verspannungen.. Hinzu kommt, dass die durchschnittlichen Sitzzeiten pro Tag im Vergleich zu früher, länger geworden sind. Die durchschnittlichen Bewegungszeiten pro Tag haben aber abgenommen.

Das Resultat: die Rückenmuskulatur wird geschwächt. Durch das lange Sitzen werden jedoch die Wirbelsäule und der Rücken stärker und einseitig belastet. Die entsprechenden Muskeln müssen diese größere Belastung „aushalten“. Der Muskeltonus bestimmter Muskelgruppen erhöht sich und dies führt dann sehr oft zu Verspannungen oder auch Rückenschmerzen. Speziell die Hals- und Nackenmuskulatur ist davon häufig betroffen.

Der Muskeltonus bezeichnet die Spannung innerhalb eines Muskels. Eine gewisse Grundspannung ist notwendig damit aufrechtes Gehen, Stehen oder Sitzen überhaupt erst möglich ist. Ein zu hoher Muskeltonus führt jedoch zu einseitigen Belastungen und Verspannungen.

Kranmodell als Erklärung warum Verspannungen auftreten

Stellen wir uns einen Kran vor. Der Kran besteht aus einer senkrechten Säule und dem Ausleger. Durch Seile und Gewichte ist der Kran so verspannt, dass auch wenn die Last weiter vom Schwerpunkt entfernt ist, der Kran nicht umfällt. Je weiter die Last vom Schwerpunkt entfernt ist, desto größer ist die Spannung und die Kraftwirkung.

Dieses Prinzip ist bei unserem Körper ähnlich. Die Muskeln halten durch eine gewisse Grundspannung unseren Körper aufrecht. Bei einer schlechten Körperhaltung verändert sich der Schwerpunkt und die Spannung einzelner Muskelgruppen wird größer.

Unser Kopf hat rund 5-6 kg. Wird dieser 45° nach vorne geneigt entsteht eine Kraftwirkung von bis zu 25 kg. Diese größere Kraftwirkung wirkt sich unmittelbar auf die Hals- und Nackenmuskulatur aus.

Ein wichtiger Faktor neben der Belastung ist die Belastungsdauer. Kurze Belastungen sind notwendig und stärken die Muskulatur. Chronische Fehlhaltungen führen jedoch zu einen erhöhten Grundtonus. Diesen erhöhten Muskeltonus empfinden wir dann als verspannte Muskeln.

kranfmodell

Psychische Belastungen führen oft zu Verspannungen

Neben der physischen Belastung wirken psychische Anforderungen ebenfalls auf den Rücken. Speziell Stress und psychischer Druck wirken häufig auf den Muskeltonus. Die Hals- und Nackenmuskulatur ist davon oft betroffen. Evolutionsbiologisch diente dies den Menschen früher als Schutz. Bei Gefahr verhärteten sich die Muskeln und die Steinzeitmenschen konnten dadurch schneller fliehen oder angreifen.

Der entscheidende Aspekt ist auch hier die Dauer. Anforderungen und Stress, die nur über einen bestimmten Zeitraum andauern, sind durchaus notwendig. Ständiger Stress und andauernder psychischer Druck führen jedoch zu Verspannungen.

Tipps gegen Verspannungen

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Psychische Belastung reduzieren durch

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Rückenschmerzen. Erklärung Ursachen und Prävention

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Rückenschmerzen

Dorsalgie und Lumbalgie

Als Rückenschmerzen werden Schmerzen der Muskeln, Nerven, Knochen, Sehnen und Bänder im Bereich der Wirbelsäule bezeichnet.

Als Dorsalgie werden diese in der medizinischen Fachsprache bezeichnet. Wenn Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule oder im Bereich des Kreuzbeines auftreten, wird Lumbalgie oder Lumboischialgie genannt.

Einteilung von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können nach unterschiedlichen Kategorien eingeteilt werden. Häufig untergliedert man diese in spezifische und unspezifische Schmerzen. Bei spezifischen Schmerzen liegt eine zu behandelnde Ursache vor und der Grund für den Schmerz kann diagnostiziert werden. Unspezifischen bedeutet, dass keine Schäden an der Wirbelsäule feststellbar sind. Das heißt der Schmerz tritt unspezifisch auf.

Ebenfalls wird zwischen akuten Rückenschmerzen und chronischen Rückenschmerzen unterschieden.  Akute Schmerzen treten “neu” auf. Chronische Rückenschmerzen hingegen treten häufiger auf und können zu ständige andauernden Schmerzempfinden führen. Auch nach 

Entstehung Rückenbeschwerden

Rückenschmerzen entstehen durch physische, aber auch psychische Überlastung. Dabei sind Bewegungsmangel und langes Sitzen häufige Faktoren. Eine Überbelastung durch „falsche“ Bewegungen kann jedoch auch eine Ursache sein. Schweres Heben oder Fehlbelastungen im Berufs- oder Freizeitalltag sind weitere Ursachen . Natürlich können auch Erkrankungen oder Verletzungen der Wirbelsäule Gründe für Rückenbeschwerden sein. Stress und psychischer Druck belasten sprichwörtlich, Diese Belastung wirkt sich häufig  und unmittelbar auf die Wirbelsäule aus.

Prävalenz

Rund ein Drittel der österreichischen Bevölkerung leidet laut Statistik Austria an Rückenschmerzen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung kennt akute Rückenbeschwerden.

Kosten von Rückenbeschwerden

Ungefähr sechs Milliarden Euro jährlich kostet die Behandlung von Rückenschmerzen den Österreichern. „Ein interessanter Aspekt ist, dass sozial schwächere Schichten häufiger von Rückenschmerzen betroffen sind!“, so Hans-Georg Kress, Vorstand der Abteilung Spezielle Anästhesie am Wiener AKH.

Was tun bei akuten Rückenschmerzen

Arzt aufsuchen

Wenn Schmerzen nach einigen Tagen mehr statt weniger werden, oder die Schmerzen immer wieder auftreten  ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen. Lähmungserscheinungen sollten unbedingt medizinisch abgeklärt werden.

Bewegung

Bewegungsmangel ist einer der Hauptgründe für Rückenschmerzen. Auch bei bereits vorhandenen Schmerz ist die Bewegung wichtig. Sanfte und behutsame Bewegungen sind dabei  zu Beginn die bessere Wahl. Bewegung fördert die Durchblutung und kann das Schmerzempfinden reduzieren.. Falsche Bewegungen und Bewegungsmuster sollten jedoch vermieden werden.

Haltungscoaching und Rückentraining Fehlhaltungen vermeiden

Um sich nachhaltig und langfristig von Rückenschmerzen zu befreien ist eine aufrechte Haltung Voraussetzung. Dadurch können Fehlbelastungen und ein zu hoher Muskeltonus reduziert werden. Ebenso kann eine starke Rückenmuskulatur vor Fehlbelastungen schützen. Eine starke Rumpfmuskulatur stützt und schützt die Wirbelsäule ähnlich wie ein Korsett.

Entspannung und Entlastung

Gerade bei Schmerzen verspannen sich häufig die betroffenen Muskeln. Entlastung der schmerzhaften Wirbelsegmente kann den Tonus der Muskulatur reduzieren und somit auch den Schmerz.. Gerade beim Schlafen ist eine Entlastung dir Wirbelsäule ratsam. Die Bandscheiben werden nämlich durch Belastung und Erholung versorgt und brauchen beides, um gesund zu bleiben.

Lockerung verspannter Muskeln durch Wärme

Der Tonus verspannter Muskeln kann durch eine Wärmebehandlung eventuell reduziert werden. Dies kann auch zur Reduktion von Schmerz und Verspannungen führen. Nach der Wärmebehandlung ist es ratsam die Muskulatur zu schonen und sich ins Bett zu legen.

Massage

Eine Massage kann die Durchblutung der Muskulatur verbessern aber auch das Nervensystem beruhigen und somit Verspannungen lösen. Damit die Massage anhaltend zur Linderung der Schmerzen beiträgt, sollte sie professionell beim Physiotherapeuten erfolgen.

Psychischen Stress abbauen

Psychische Überbelastung führt zu Verspannungen und wirkt sich über die Rückenmuskeln auch auf die Wirbelsäule aus. Rückenschmerzen sind daher auch ein wichtiges Warnsignal für belastenden psychischen Stress.

Übergewicht reduzieren

Zuviel Gewicht belastet. Etwas weniger Gewicht auf der Wirbelsäule und den Bandscheiben werden diese weniger belastet. Gerade führ den unteren Rücken kann eine Gewichtsreduktion unterstützend wirken.die 

Rückenschmerzen im unteren Rücken

Rückenbeschwerden – Prävention

Was kann man dagegen tun

Damit Rückenschmerzen gar nicht erst auftreten ist Prävention wichtig. Um Rückenschmerzen vorzubeugen sind eine aufrechte Körperhaltung und eine starke Muskulatur zwei wichtige Faktoren. Durch eine aufrechte Haltung werden Belastungsspitzen reduziert. Eine kräftige Muskulatur schützt die Wirbelsäule vor Verletzungen. Psychische Belastungen wie Stress oder Ängste zu vermeiden ist auch präventiv sehr wichtig.